Veranstaltungen


Freitag, 18. Oktober 2019, 12 Uhr: "...abgeholt!"

Gedenken an den Beginn der nationalsozialistischen Deportationen von Juden aus Berlin vor 87 Jahren - Mahnmal "Gleis 17", S-Bhf Grunewald

Die Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, das Land Berlin, die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin, die Inge Deutschkron Stiftung und die Deutsche Bahn Stiftung laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein zur

Gedenkveranstaltung am Mahnmal »Gleis 17« am Freitag, den 18. Oktober 2019, um 12 Uhr, S-Bahnhof Grunewald, 14193 Berlin.

Am 18. Oktober 1941, vor 78 Jahren, verließ der erste Berliner »Osttransport« mit mehr als 1.000 jüdischen Kindern, Frauen und Männern den Bahnhof Grunewald in Richtung Litzmannstadt (Łódź). Ab 1942 fuhren Deportationszüge auch vom Anhalter Bahnhof und vom Güterbahnhof Moabit ab. Ziele der Transporte waren Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Minsk, Kowno, Riga, Piaski, Warschau, Theresienstadt, Sobibor, Rasik, Auschwitz und Sachsenhausen.

Grete Leyser wohnte mit ihrem Mann Leopold und der kleinen Tochter Karin in der Fürbringerstraße 18 in Kreuzberg. Grete war Zwangsarbeiterin in einer Kartonfabrik in Neukölln wie auch bei »Ehrich & Graetz« in Treptow; Leopold wurde zu Gleisbauarbeiten gezwungen. Am 1. November 1941 verschleppte die Gestapo die Familie mit dem vierten Transport von Grunewald nach Litzmannstadt.

Am 8. Mai 1942 erstickten SS-Angehörige Grete, Leopold und Karin Leyser in Gaswagen bei Kulmhof (Chełmno).

Insgesamt wurden bis zu sechs Millionen Kinder, Frauen und Männer Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes an den Juden Europas, darunter mehr als 50.000 aus Berlin.

Programm

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum 2019 und Direktor der Stiftung Topographie des Terrors

Grußworte

  • Dr. Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages
  • Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Gedenkrede: Ingeburg Geißler (*1932), Holocaustüberlebende

Beiträge von Berliner Schülerinnen und Schülern des John-Lennon-Gymnasiums Berlin-Mitte Musikalische Umrahmung durch Boris Rosenthal

Am Ende der Veranstaltung werden weiße Rosen am Bahnsteig niedergelegt. Bitte bringen auch Sie eine mit! Herzlichen Dank.

Kontaktdaten: Sarah Breithoff, Koordinierende Assistentin, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Georgenstraße 23, 10117 Berlin, Tel.: +49(0)30 – 26 39 43 – 38, Fax: – 20, E-Mail: staendigekonferenz [at] orte-der-erinnerung.de, Internet: www.orte-der-erinnerung.de


Donnerstag, 24. Oktober 2019, 9:30-17 Uhr: 16. Berlin-Brandenburgisches Forum für zeitgeschichtliche Bildung

Demokratie stärken! Historische Bildung in Zeiten politischer Polarisierung

Wir erleben in Deutschland momentan eine zunehmende Polarisierung in der politischen Kultur. Freiheit und Rechtsstaatlichkeit werden zunehmend von Teilen der Gesellschaft in Frage gestellt – gleichzeitig erschweren verkürzte Realitäten und einfache Losungen den pluralistischen Meinungsaustausch. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die historisch-politische Bildung, die sich diesen demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlt. Gerade in Zeiten, in denen sich die politische Landschaft ebenso rasant verändert wie die Vermittlung und Aneignung an Schulen und außerschulischen Lernorten sollte über die Fragen zu Indoktrination, Kontroversität und Multiperspektivität mit dem Ziel eines nachhaltigen Demokratieverständnisses neu nachgedacht werden.

  • Wo liegen hierbei die Chancen und Grenzen der Bildungsarbeit?
  • Und wie können Schulen und Gedenkstätten mit ihren daran orientierten Angeboten zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins und Verhaltens aktiv beitragen?

Diesen und weiteren Fragen soll im Rahmen des 16. Forums für zeitgeschichtliche Bildung in einer Fachdiskussion, vier Workshops, pointierten Schlussworten und einem resümierenden Poetry Slam nachgegangen werden.

Die Veranstaltung ist als Lehrerfortbildung durch die Senatsschulverwaltung Berlin anerkannt.

Was? 16. Berlin-Brandenburgisches Forum für zeitgeschichtliche Bildung, eine Veranstaltung der Arbeitskreise I (hier wirkt unsere Gedenk- und Bildungsstätte mit) und II der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten - mit Workshops, Podien und Poetry Slam!

Wo? Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Genslerstraße 66, 13055 Berlin

Wie? Bitte anmelden, alle Infos im Einladungsflyer: hier klicken!


Sonntag, 17. November 2019, 11-13 Uhr: Lesung und Gespräch - Imo Moszkowicz: Der grauende Morgen. Sprecher: Kaspar Nürnberg

Anschließend: Rolf Aurich (Deutsche Kinemathek) und Dr. Ruth Preusse (GHWK) im Gespräch mit dem Sohn des Regisseurs, dem Filmproduzenten Martin Moszkowicz

Imo Moszkowicz (1925–2011) wurde als Jugendlicher nach Auschwitz-Birkenau verschleppt und musste Zwangsarbeit leisten. Nach Kriegsende kehrte er in seine Heimatstadt Aalen zurück, traf aber keine Verwandten an: Die sechs Geschwister und seine Mutter waren ermordet worden.

Der Zwanzigjährige stürzte sich ins Leben und fand seine Berufung zunächst auf der Bühne, dann in der Regie für Theater, Film und Fernsehen. Er wurde ein Meister der Unterhaltung, inszenierte Heinz Rühmann in »Max, der Taschendieb« und Lukas Ammann sowie Wolfgang Völz in »Graf Yoster gibt sich die Ehre«. Viele Jahre arbeitete er mit Gustaf Gründgens und Fritz Kortner, und nie, so scheint es, störten die höchst unterschiedlichen Erfahrungswelten der Beteiligten während der NS-Zeit ihre professionelle Zusammenarbeit.

1996 schrieb Imo Moszkowicz seine Autobiografie und gab darin seiner Verletztheit und Trauer um die Verlorenen Ausdruck.

Martin Moszkowicz hat als Filmproduzent hunderte deutsche und internationale Filme realisiert und ist seit vielen Jahren Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG.

Kaspar Nürnberg ist Geschäftsführer des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Gelegentlich wirkt er in Dokumentarfilmen oder Lesungen als Sprecher.

Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Am Großen Wannsee 56-58, 14109 Berlin

Eintritt frei - um Anmeldung wird gebeten unter veranstaltungen@ghwk.de


Weitere Veranstaltungen zum Thema Holocaust/Shoah im Raum Berlin und Brandenburg finden Sie auf der Internetseite der Ständigen Konferenz der Leiter der NS-Orte im Berliner Raum.